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Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

1

Montag, 11. Juli 2011, 23:12

"Den Führerschein gibt es auf dem Schwarzmarkt" Misstände bei deutschen Privatbahnen!

Moin zusammen,

da ja besonders mein Arbeitgeber, die DB, ständig in negativen Schlagzeilen gerät, viel zu teuer ist und eh an allem Schuld möchte ich euch mal diesen Artikel von Welt Online zeigen. Dieser Unterstrechte nur meine eigenen Erfahrungen und bestätigt mich in der Aussage, dass es verdammt traurig ist das jeder "Molukke" (sorry, aber mittlerweile ist es bei über 350 Privatbahnen einfach so) auf deutschen Schienen fahren darf. Wenn wenigstens jedes EVU die gleichen doch sehr hohen "Standarts" wie die DB hätte. Ich selbst erlebe das grade wieder, da ich dank Konzernbereichswechsel derzeit quasie nochmals eine komplette Lokführerausbildung mit einigen Prüfungen über mich ergehen lassen muss! "Privatisierungunfälle" die auf Einsparrmassnahmen zurück zu führen sind heufen sich... Aber lest selber!

http://www.welt.de/wirtschaft/article134…usgebildet.html

Grüße,
Till
Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.

Jiddu Krishnamurti

Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

2

Dienstag, 12. Juli 2011, 09:03

Grundsätzlich neu ist das Thema ja nicht, wurde es auch schon in Magazinen wie Monitor oder Report im TV gezeigt...

Besonders bedenklich ist jedoch, daß im Grunde jeder Hansel als Ich-AG mit Schwarzmarktlizenz auf die Lok kann...

Btw: Kannst du anhand eines Beispieles mal kurz eläutern, wie man sich eine "schwierige" Bahnhofsanfahrt vorstellen muß?

Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

3

Dienstag, 12. Juli 2011, 16:57

Moin zusammen,

Btw: Kannst du anhand eines Beispieles mal kurz eläutern, wie man sich eine "schwierige" Bahnhofsanfahrt vorstellen muß?


letzt endlich kann jede Bahnhofsanfahrt "schwirig" werden. Das Problem ist nich das Fahren an und für sich sondern Örtliche Besonderheiten. Diese sind zwar in der Örtlichen Richtlinie für das Zugpersonal (MUSS (oder besser sollte... :P ) auf dem TFZ sein) und in der Örtlichen Richtlinie für Betriebsstellen (ehemals Bahnhofsbuch).

Als Streckenkundiger Triebfahrzeugführer sollte ich mich in den Bahnhöfen in denen ich zumindest planmäßig zu Arbeiten habe doch auskennen. Es ist aber Unmöglich jede Besonderheit auf jedem Bahnhof zu kennen. Ein schönes Beispiel wäre auch die "Mühlenbahn" von Braunschweig nach Uelzen. Wer hier ohne die geringste Streckenkunde fährt wird schwer ins Schwitzen kommen. Nebenbahnen können es in sich haben...

Grüße,
Till
Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.

Jiddu Krishnamurti

Registrierungsdatum: 20. November 2008

4

Mittwoch, 13. Juli 2011, 00:09

Was gibt's denn so konkret für Besonderheiten auf der Mühlenbahn, außer kurzen Vorsignalabständen und, wie auf Nebenbahnen durchaus üblich, fehlende Vorsignale? Also was, womit man so überhaupt nicht rechnen könnte ohne in die ÖRil zu schauen?

Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

5

Mittwoch, 13. Juli 2011, 00:18

Ich denke, Till spielt auf Besonderheiten wie beispielsweise im Bahnhof von Lingen/Ems an...

Zweigleisige Strecke, aber jeder Halt findet an Bahnsteig 1 statt unabhängig von der Fahrtrichtung , obwohl es ein Gleis 2 gibt...

Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

6

Mittwoch, 13. Juli 2011, 05:38

Moin,

auf der Mühlenbahn kommen z.B. über 100 Bahnübergänge und Überwege dazu. Bei der Anzahl der Geschwindigkeitswechsel bin ich mir grade nicht sicher, aber auch davon gibt es genug. Es gibt, da Nebenbahn, nur eine Vereinfachte Streckenkilomitrierung. Nachts sind Bahnsteige nur via Zeitschaltuhr beleuchtet. Selbst für einen Mittarbeiter der die Strecke jeden Tag fährt ist es schwer in Neben oder bei Dunkelheit und Versptätung hier einen Bahnsteig zu finden.

Auf einer Hauptbahn ist alles relatif gleich. Meistens zwei Gleise und meistens gibt es heute auch für alle Fahrtrichtungen Hauptsignale. Der Regelbremswegabstand beträgt 1000Meter. Es kommen kaum "Überraschungen", das kann auf einer Nebenbahn ganz anders aussehen! Auf Würzburg-Hannover wird NIE ein Bahnübergang oder ein Unbeleuchteter Bahnsteig usw. auftauchen...

Allgemein zur "schwierigen Anfahrt" vielleicht noch zwei drei Worte: Besonders große Bahnhöfe können sehr verwirrend sein. Um hier sicher zu fahren muss man schon genau wissen WO man sich Befindet. (Bin ich noch im Bahnhof, bin ich auf der freien Strecke, stehe ich noch im anschließenden Weichenbereich?) Der Unfall von Brühl hat deutlich gezeigt, was passieren kann, wenn man nicht weiß wo man ist... Hier wurde damals zu früh Beschleunigt da der Kollege wohl nicht mehr vor Augen hatte, dass er immernoch im Bahnhof war und an keinen weiteren Hauptsignal was eine höhere Geschwindigkeits zulässt vorbeigefahren war. Trotzdem zeigt die Fahrweise das er sich seiner Sache sicher gewesen sein muss, da er schnutstracks wieder Beschleunigt hat und am Ende dann mit 122km/h durch einen 40 Weiche gefahren ist. Das Ende war eine sehr schwere Entgleisung mit mehreren toten.

Grüße,
Till
Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.

Jiddu Krishnamurti

Registrierungsdatum: 20. November 2008

7

Mittwoch, 13. Juli 2011, 08:17

Danke für die Ausführungen.

Ich denke, Till spielt auf Besonderheiten wie beispielsweise im Bahnhof von Lingen/Ems an...

Zweigleisige Strecke, aber jeder Halt findet an Bahnsteig 1 statt unabhängig von der Fahrtrichtung , obwohl es ein Gleis 2 gibt...


Die Situation gibt es so seit einigen Jahren nicht mehr, nun hat jedes Gleis seinen eigenen Bahnsteig: http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de…H/HLIG__NBS.pdf

Registrierungsdatum: 7. Januar 2009

8

Mittwoch, 13. Juli 2011, 20:38

Wo wir grad beim Thema Lokfuehrer sind, dieser hier hat Respekt verdient !
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,774066,00.html. Gute Besserung nach seiner "Heldentat" :).
MfG
Grüße aus dem Osten !

Registrierungsdatum: 21. September 2008

9

Mittwoch, 13. Juli 2011, 20:44

Vielen Dank für deine Texte, die eine wirklich gute Bereicherung für das Forum sind! Jedes mal kann man wieder etwas dazulernen.
MoVeBS - für bessere Mobilität und Verkehr in Braunschweig.

Registrierungsdatum: 9. Juli 2006

10

Donnerstag, 14. Juli 2011, 15:45

Wo wir grad beim Thema Lokfuehrer sind, dieser hier hat Respekt verdient !
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,774066,00.html. Gute Besserung nach seiner "Heldentat" :).
MfG

Ob das so schlau ist? Was ist, wenn er sein Bewusstsein verliert und die Bahn dann außer Kontrolle gerät, was bei sofortigem Anhalten hätte vermieden werden können?
(bevor jemand drauf anspielt: ich weiß natürlich nicht, wie sich ein Herzinfarkt anfühlt usw. usf.)

Registrierungsdatum: 10. Juli 2006

11

Donnerstag, 14. Juli 2011, 19:27

Wo wir grad beim Thema Lokfuehrer sind, dieser hier hat Respekt verdient !
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,774066,00.html. Gute Besserung nach seiner "Heldentat" :).
MfG

Ob das so schlau ist? Was ist, wenn er sein Bewusstsein verliert und die Bahn dann außer Kontrolle gerät, was bei sofortigem Anhalten hätte vermieden werden können?
(bevor jemand drauf anspielt: ich weiß natürlich nicht, wie sich ein Herzinfarkt anfühlt usw. usf.)


Naja, dann hätt er eine Sifa Zwangsbremsung bekommen, wenn er sein Bewusstsein verloren hätte.
So scheint aber alles "gut" verlaufen zu sein...
Im Bahnhof bzw am Bahnsteig ist es tatsächlich so, dass er besser erreichbar ist und somit besser und schneller versorgt werden kann. Von daher war das schon eine kluge Entscheidung. Bemerkenswert, dass das Ihm überhaupt möglich war...

MfG
VB: best VU :!: